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Geförderte Projekte

1. Förderrunde (2019)

Projektverantwortliche:

Prof. Dr. Dr. Andrea Icks / Sandra Grobosch: Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie, Prof. Dr. Stefan Wilm / Dr. Oliver Rudolf Herber: Institut für Allgemeinmedizin, Prof. Dr. Heiner Fangerau: Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Ute Jüngling: Deutsche Diabetes-Hilfe

Projektbeschreibung:

Das Forschungsprojekt GestDiNa, gefördert durch den Gemeinsamen Bundesausschuss, untersucht den Prozess der Nachsorge bei Patientinnen mit Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes). Der Gestationsdiabetes tritt häufig auf und geht mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechselstörungen für die betroffenen Frauen und ihre Kinder einher.

Das nun mit HHU-Mitteln finanzierte Vorhaben ermöglicht es, im Projekt GestDiNa zusätzlich Patientinnen und Bürger*innen als Co-Forschende zu beteiligen. Diese können z.B. gemeinsam mit den Wissenschaftler*innen Fragebögen zur Befragungen von Patientinnen entwickeln, Interviews mit Ärzt/innen planen und bei der Auswertung der Befragungen und Interviews mitwirken. Zudem können sie eine zentrale Rolle bei der Erarbeitung von Maßnahmen zur Vermittlung und Verbreitung der Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit spielen. Das Vorhaben ermöglicht es, dass Patientinnen und Bürger*innen in eine höchst versorgungsrelevante Forschungsfrage eingebunden werden und das Projekt durch ihre Kompetenzen und Expertisen als Co-Forschende bereichern. Durch eine gemeinsame Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven kann ein Lernprozess für alle Beteiligten des Projektes GestDiNa entstehen. Darüber hinaus sollen Weichen gestellt werden, um die Co-Forschenden auch nach dem Projekt bei der Entwicklung an einem passgenau auf die Bedürfnisse der Patientinnen zugeschnittenen Versorgungsmodell beteiligen zu können.

Weitere Informationen:

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Projektverantwortliche:

Dr. Anna Soßdorf / Dr. Witold Mucha / Viviana Warnken B.A.: Sozialwissenschaftliches Institut, Philosophische Fakultät

Projektbeschreibung:

In Kooperation mit Schüler*innen der Düsseldorfer Fridays for Future-Bewegung verfolgt das Forschungsvorhaben das Ziel, die Organisation und Arbeitsweise der lokalen Fridays for Future-Bewegung zu verstehen. Wie mobilisieren sie ihre Anhängerschaft, d.h. z. B. welche Rolle spielen die sozialen Medien dabei? Wie kommunizieren sie ihre Anliegen an politische Entscheidungsträger*innen? Außerdem wird der Frage nachgegangen, inwiefern Fridays for Future Potential birgt, verschiedene Bereiche der Gesellschaft zu erreichen und stärker in politische Prozesse einzubinden, ohne dabei von einer Ikone wie Greta Thunberg oder von einem spezifischen Thema, wie dem Klimawandel, abhängig zu sein. Die beteiligten Jugendlichen sollen auf Augenhöhe mit den Wissenschaftler*innen zusammenarbeiten und u. a. bei Barcamps über die Festlegung der Forschungsfragen und deren Weiterentwicklung im Projektverlauf mitentscheiden. Durch die Beteiligung am Forschungsprozess erhalten die Jugendlichen Einblick in die Funktionsweise von Wissenschaft.

Weitere Informationen:

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Projektverantwortliche:

Jun.-Prof. Dr. Ruben van de Vijver / Jasmin Pfeifer, M.A.: Abteilung für Allgemeine Sprachwissenschaft, Institut für Sprache und Information, Philosophische Fakultät

Projektbeschreibung:

Das Projekt möchte gemeinsam mit Bürger*innen des Ortes Steinach in Südthüringen den örtlichen Dialekt („Stänichä“) erforschen und den Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens dabei durch vielfältige Beteiligungsformen für die Bevölkerung öffnen. So werden Bürgerwissenschaftler*innen z. B. Dialektbeispiele aufzeichnen und auswerten sowie ihre Mitbürger*innen zu ihrer Mundart befragen. Als Projektabschluss soll nicht nur das erste Wörterbuch für den Steinacher Dialekt als wissenschaftliches Ergebnis, sondern auch ein „Mundartwanderweg“ entstehen, der von den Steinacher Bürger*innen mit Schautafeln im Dialekt selbst gestaltet wird.

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2. Förderrunde (2020)

Projektverantwortliche:

Dr. Elfi Vomberg und Prof. Dr. Dirk Matejovski, Institut für Medien- und Kulturwissenschaft

Es ist eine kurze aber intensive Geschichte, die sich Ende der 1970er Jahre rund um die Ratinger Straße in Düsseldorf abspielt: Im legendären Ratinger Hof fliegen Tierkadaver durch den Raum, und während Joseph Beuys seine Happenings in Kneipen präsentiert, schenkt Katharina Sieverding an der Theke des Creamcheese als Kellnerin Günther Uecker ein Altbier aus. Gerade einmal zehn Jahre lang trifft sich hier in der Düsseldorfer Altstadt das „Who is Who“ der Kunst- und Kulturszene; es ist eine beschleunigte Geschichte, die hier den Punk und New Wave hervorbringt und Düsseldorf für kurze Zeit zur Musikhauptstadt Deutschlands macht. Doch die offizielle Geschichte dieser Ära erscheint bei näherer Betrachtung mehr und mehr als ein Konstrukt aus Oral History und Mythen. Und: Es ist eine lückenhafte Geschichte.

Das interdisziplinäre und intergenerationelle Forschungsprojekt "#KultOrtDUS – die Medienkulturgeschichte Düsseldorf als urbanes Forschungsfeld" möchte mit Hilfe von Bürger*innen Ungesehenes zum Vorschein bringen, um gemeinsam ein breiteres, differenziertes Bild dieser besonderen Zeit Düsseldorfs, die bis heute stark nachwirkt, herauszuarbeiten. Dafür werden Akteur*innen aus der zweiten und dritten Reihe sowie Fans und Zeitzeug*innen eingeladen, am Aufbau eines Archivs der Medienkulturgeschichte Düsseldorfs mitzuarbeiten und Netzwerk-Strukturen gemeinsam offen zu legen.

Ziel des Forschungsprojekts ist es, das tiefer liegende, vielschichtige, differenziertere Wahrnehmungs- und Geschichtsbild der Stadt zu erschließen und der Öffentlichkeit langfristig zugänglich zu machen, indem Bürger*innen und Akteur*innen in Kooperation mit der wissenschaftlichen Forschung mit ihrem wertvollen Wissen zu Wort kommen.

 Weitere Informationen:

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Projektverantwortliche:

Dr. Daniel James Țurca, Leda Berio, PhD., Benedict Kenyah-Damptey, MA. , Institut für Philosophie

Im Sommer 2020 löste die Tötung von George Floyd, Breonna Taylor und Elijah McClain durch die Polizei in den Vereinigten Staaten eine erneute Protestwelle gegen Polizeigewalt aus. Neu war dieses Mal aber, dass der Protest auch über Deutschland hinwegfegte und infolgedessen auch hierzulande eine breite öffentliche Debatte über den heimischen Rassismus veranlasste. Ein zentraler Teil dieser Debatte betraf die Frage, ob der Ausdruck „Rasse“ aus dem Grundgesetz gestrichen, durch einen anderen Ausdruck ersetzt oder aber (in veränderter Bedeutung) beibehalten werden solle. Diese Debatte mündete im November 2020 schließlich in der Bekundung der Bundesregierung, den Ausdruck „Rasse“ im Grundgesetz durch eine andere Formulierung zum Schutz vor Rassismus zu ersetzen. Andere in dieser Debatte widersetzen sich allerdings aus praktischen – und ebenfalls ausdrücklich antirassistischen – Gründen diesem Vorstoß. Sie betonen, dass der Ausdruck „Rasse“ zur Bezeichnung eines Diskriminierungsmerkmals im Recht ein notwendiges Mittel zur Bekämpfung rassistischer Diskriminierung sei.

Obwohl Debatten dieser Art keineswegs ein deutsches Alleinstellungsmerkmal sind, kommt in ihnen dennoch ein eigentümlich deutsches Unbehagen gegenüber dem Ausdruck „Rasse“ zum Vorschein, in die deutsche Vergangenheit und deren Bewältigung widerhallt. Aufgrund der Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland und der besonderen Rolle, die der Begriff der Rasse hier spielte, ist dieses Wort im deutschsprachigen Raum nämlich tabuisiert. Im Gegensatz dazu haben Menschen im englischsprachigen Raum dem Wort „race“ gegenüber sehr viel weniger Berührungsängste – mehr noch: Dort ist das, was Menschen in den Vereinigten Staaten als „race talk“ bezeichnen, gerade bei Antirassist*innen gang und gäbe, wohingegen im deutschsprachigen Raum schon das Wort „Rasse“ unter Rassismusverdacht steht.

In der deutschsprachigen Debatte über „Rasse“ ebenso wie in der englischsprachigen Debatte über „race“ werden Fragen verhandelt, die auch in das Hoheitsgebiet der Philosophie fallen: Was bedeuten unsere sprachlichen Ausdrücke? Worauf legen sie uns fest? Wie wirken sie auf uns? Was bezwecken wir mit ihnen und was für Begriffe sollten wir im Lichte dieser Zwecke verwenden? Dennoch haben sich Philosoph*innen bisher kaum in die deutschsprachige Debatte eingebracht. Wie die derzeit sehr lebendige englischsprachige Diskussion über „race“ aber bezeugt, hätte die Philosophie zu jener Debatte einiges beizutragen.

In diesem Sinne verfolgen wir mit unserem Vorhaben zwei Ziele: Zum einen, die philosophische Debatte über „race“ auf den deutschen Kontext zu erweitern. Dies wollen wir durch eine Untersuchung der Bedeutung seines deutschen Pendants „Rasse“ erreichen. Auf dieser Grundlage wollen wir dann bestimmen, ob und wie wir die Bedeutung dieses Ausdrucks ändern oder aber ihn gänzlich streichen sollten. Dabei wollen wir den Besonderheiten des deutschen Kontextes Rechnung tragen. Zum anderen wollen wir auf diesem Wege zur rechtlichen und öffentlichen Debatte über den Begriff „Rasse“ im Allgemeinen und seine Rolle im Grundgesetz im Besonderen beitragen Dies wollen wir durch eine experimentell gestützte Untersuchung, Beurteilung und gegebenenfalls Verbesserung dieses Begriffs erreichen. Die Verfolgung dieser Ziele wird schließlich entscheidend von der Beteiligung seitens der organisierten Zivilgesellschaft abhängen – ganz nach dem Motto: „Those who have a stake in the outcome should also have a say in the process!“

Weitere Informationen:

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