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Welche Bürger_innen braucht die Demokratie?: Wer ist das Volk? Überlegungen zu Migration und Bürgerstatus

Vortragender:

Prof. Dr. Frank Dietrich (HHU)

Frank Dietrich ist seit 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zuvor war er unter anderem an der Universität Leipzig als Wissenschaftlicher Assistent tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Politischen Philosophie und der Moralphilosophie. Er forscht unter anderem zu Fragen der politischen Selbstbestimmung, Migration und Ressourcenverteilung im Gesundheitswesen. Buchpublikationen: „Ethik der Migration. Philosophische Schlüsseltexte“ (Hg., 2017), „Philosophie der internationalen Politik zur Einführung“ (2014), „Sezession und Demokratie. Eine philosophische Untersuchung“ (2010) sowie „Dimensionen der Verteilungsgerechtigkeit“ (2001).

 

Zum Vortrag:

Demokratie ist die Herrschaft des Volkes. Aber wer gehört zum „Volk“? Die Frage nach den Legitimationsanforderungen, denen die Konstitution von demokratischen Gemeinschaften genügen soll, hat in der politischen Philosophie lange Zeit kaum Beachtung gefunden. Erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts haben Robert Dahl und verschiedene andere Demokratietheoretiker begonnen, sich mit dem so genannten Demos-Problem zu beschäftigen. Die Diskussion der Kriterien, die über die Zugehörigkeit zu (bzw. den Ausschluss von) demokratischen Gemeinschaften entscheiden, hat durch neuere Arbeiten zur Migrationsethik wichtige Impulse erhalten. Der Vortrag widmet sich im Wesentlichen zwei Fragen. Zum einen wird erörtert, welche Personen ein Partizipationsrecht an demokratischen Entscheidungen über die staatliche Grenzpolitik beanspruchen können. Im Fokus steht hier die – insbesondere von Arash Abizadeh vertretene – Auffassung, Migrant*innen müssten an den relevanten politischen Prozessen beteiligt werden. Zum anderen wird diskutiert, ob Personen, die sich dauerhaft im Land niederlassen, notwendig ein vollumfänglicher Bürgerstatus gewährt werden muss. Zu prüfen ist, ob und ggf. inwieweit die (stillschweigende) Zustimmung von Immigrant*innen zu einem abgestuften Bürgerstatus, die Vorenthaltung von Rechten legitimieren kann.

 

Zur Veranstaltungsreihe:

Demokratie heißt „Herrschaft des Volkes“. Aber was bedeutet das eigentlich für die Bürgerinnen und Bürger demokratischer Gesellschaften? Die Vortragsreihe „Welche Bürger_innen braucht die Demokratie?“ lädt dazu ein, verschiedene philosophische und politikwissenschaftliche Perspektiven auf diese Frage kennenzulernen und zu diskutieren. Sie ist Teil des Projekts „Streitgespräche“, das in Anbindung an den Studiengang Philosophy, Politics and Economics (PPE) an der Heinrich-Heine-Universität entstanden ist. Es verbindet Seminare für Studierende mit öffentlichen Veranstaltungen und Tagungen, bei denen gesellschaftsrelevante Themen aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven aufgegriffen werden. Ausführliche Informationen zum Projekt finden sich auf der Projektseite: streitgespraeche.wordpress.com.

 

Aufgrund der aktuellen Infektionslage finden die Vorträge online als LiveStream über den YouTube-Kanal der Universität statt.

Wir arbeiten daran auch eine mündliche Partizipation zu ermöglichen.

Der YouTube-Kanal der Universität ist über den folgenden Link abrufbar: https://www.youtube.com/channel/UCz78Aka2Ukfo2S5KfXApTiw

Veranstaltungsdetails

19.01.2021, 19:00 Uhr - 20:30 Uhr
Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie Düsseldorf, Institute for Philosophy of Public Affairs an der HHU
Ort: Online
Verantwortlichkeit: